"Wir sind anders als Sie denken ..." - Die JVA BürenKing Shiloh Soundsystem
"something inside so strong" - GlasgowIrish

03.2008

The higher you build your barriers
The taller I become
The farther you take my rights away
The faster I will run
You can deny me
You can decide to turn your face away
No matter, cos there’s …
Something inside so strong

Diese Zeilen stammen von einem Lied, das in den irischen Pubs Glasgows voller Inbrunst gesungen wird. Auch wenn es von der Apartheid Südafrikas der 1980er Jahre handelt, findet sich doch die irische Minderheit der Stadt in den Zeilen wieder.

Glasgow, das war “the workshop of the Empire”, neben London, die Finanz-, Handels- und Industriemetropole zur Blütezeit des britischen Imperiums. Eine Stadt, die nach willigen und billigen Arbeitskräften verlangte.

Die Insel Irland, damals Kronkolonie Londons und Armenhaus des Imperiums, ist nur ca. 50 km entfernt und hatte vor allem eines zu bieten – menschliche Arbeitskraft. So kam es, dass die mittellosen, katholischen Iren diese Lücke in der protestantisch-presbyterianisch geprägten Stadt besetzten.

Der Reichtum Glasgows gehört mittlerweile der Vergangenheit an, geblieben sind die Nachkommen der irischen Einwanderer – und die Konfrontation der Religionen, der politischen Einstellungen sowie die Wunden einer misslungenen Integration.
Eine unsichtbare Grenze geht durch die Stadt.

Wie schwer es sich die irische Minderheit auch mit ihrem eigenen Dasein macht, zeigt sich mitunter darin, dass sie erst jetzt das Selbstbewusstsein findet, eine eigene Identität zu entwickeln. Der Begriff “GlasgowIrish” macht die Runde – „something inside so strong“

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